Munition für Kurzwaffen-Disziplinen

des DSB (Deutscher Schützenbund):

 

.44 Magnum

Revolver-Patrone .44 Magnum

MIP (gemäß DSB 2.58:  >= 450)      [g * m/s] 
438  ...  622
maximaler Gasdruck   [bar]
2800
Geschoßgewicht   [g]
15,55  ...  16,20
Geschoßgeschwindigkeit  v0   [m/s]
282  ...  400
Geschoßenergie  E0   [J]
620  ...  1245
Preis pro Patrone   [Euro]
0,38  ...  0,64

Revolver-Patrone,  DSB-Disziplin: 2.58 "Großkaliber-Revolver .44 Magnum"

Entwickelt 1955 zum Selbstschutz bzw. für Polizei und Ordnungskräfte, wird aber im Ursprungsland vornehmlich als Jagdpatrone verwendet. Diese Patrone entwickelt einen sehr starken Rückstoß, sie liegt an der Obergrenze dessen, was der Durchschnittschütze noch auf die Dauer bzw. in schneller Schußfolge verkraften und einigermaßen in das Ziel bringen kann. Deshalb ist ein langläufiger, schwerer Revolver (z.B. Smith&Wesson 629 Classic mit 6 1/2 Zoll Lauf) von Vorteil. Beim Anschlag (gem. DSB beidhändig zulässig) sollten die Arme nicht ganz durchgedrückt werden, damit der Rückstoß abgefedert werden kann.

 

 
 

.357 Magnum

Revolver-Patrone .357 Magnum


MIP (gemäß DSB 2.55:  >= 350)      [g * m/s] 
268  ...  1104
maximaler Gasdruck   [bar]
3200
Geschoßgewicht   [g]
9,20  ...  10,24
Geschoßgeschwindigkeit  v0   [m/s]
280  ...  460
Geschoßenergie  E0   [J]
375  ...  1079
Preis pro Patrone   [Euro]
0,27  ...  0,76

Revolver-Patrone,  DSB-Disziplin: 2.55 "Großkaliber-Revolver .357 Magnum"

Entwickelt 1935, wird derzeit zum Selbstschutz und für Ordnungskräfte verwendet. Der .357 Magnum Revolver ist auch unter Sportschützen weit verbreitet, da man mit der gleichen Waffe auch an der DSB-Disziplin 2.45 "Zentralfeuer .30 - .38" teilnehmen kann. Im Vergleich zur .44 Magnum kann der Rückstoß wie auch der Lärmpegel der .357 Magnum Waffe ertragen werden.

 

 
 

.45 ACP

Pistolen-Patrone .45 ACP


MIP (gemäß DSB 2.59:  >= 300)      [g * m/s] 
282  ...  402
maximaler Gasdruck   [bar]
1400
Geschoßgewicht   [g]
12,0  ...  14,9
Geschoßgeschwindigkeit  v0   [m/s]
235  ...  277
Geschoßenergie  E0   [J]
332  ...  550
Preis pro Patrone   [Euro]
0,28  ...  0,79

Pistolen-Patrone,  DSB-Disziplin: 2.59 "Großkaliber-Pistole .45 ACP"

Entwickelt 1905, früher Standard-Patrone für US-Armee, z.B. für die "Colt Pistole Modell Government 1911" oder in den von Colt und S&W gefertigten Army-1917 Revolvern. Die Patrone hat eine hohe Eigenpräzision, die durch Verwendung von Scheibengeschossen noch verbessert werden kann.

 

 
 


9 mm Luger  (9 mm Parabellum)

Pistolen-Patrone 9 mm Luger


MIP (gemäß DSB 2.53:  >= 250)      [g * m/s] 
238  ...  316
maximaler Gasdruck   [bar]
2600
Geschoßgewicht   [g]
6,2  ...  9,5
Geschoßgeschwindigkeit  v0   [m/s]
302  ...  448
Geschoßenergie  E0   [J]
434  ...  652
Preis pro Patrone   [Euro]
0,19  ...  1,42

Pistolen-Patrone,  DSB-Disziplin: 2.53 "Großkaliber-Pistole 9 mm"

Entwickelt 1902, Standard-Patrone für Militär, hier wurde sie in beiden Weltkriegen verwendet (ab 1986 wurde sie auch in der US-Armee eingeführt) und Polizei. Bei der Auswahl einer 9 mm Gebrauchspistole sollte auf eine lange Visier-Linie (6 Zoll langer Lauf) sowie auf einen guten Abzug geachtet werden. Zudem muß zu der Waffe die "passende" Munition gesucht werden, da es sonst zu Repetierproblemen (Geschoß-Form abhängig) oder schlechten Trefferlagen kommen kann. (Es gibt z.B. spezielle "Bleiläufe").


Alle o. a. Werte beziehen sich auf zivile Fabrikpatronen!


Wiederladen von Patronen

Das Wiederladen von Patronen ist kostengünstig, aber auch zeitaufwendig! Die Anschaffung der Ladepresse, der Feinwaage und des weiteren Zubhörs lohnt sich, wenn größere Mengen gleichen Kalibers benötigt werden - oder wenn die käuflichen Patronen in der eigenen Waffe nicht die geforderte Präzision/das gewünschte Schußverhalten erreichen. Natürlich ist ein erfolgreich abgeschlossener Lehrgang notwendig, um den "Sprengstoffschein", der zum Erwerb des Treibladungspulvers und zum Wiederladen berechtigt, zu erhalten. Das Wiederladen von Patronen darf NUR zum eigenen Verbrauch erfolgen.

Detailiertere Informationen über "Wiederladen" finden Sie bei dem  Schützenverein Eisenach:   Wiederladen im Schützenverein Eisenach 1990 e. V.
 
 

Schuß und Knall

Bleibende Schädigung des Gehörs als Folge häufigen Pistolenschießens ist keine Seltenheit. Da die Schädigung langsam zunimmt, wird sie vom Schützen im Anfangsstadium nicht wahrgenommen und oft erst bemerkt, wenn sie bei normaler Unterhaltung stört. Die Schädigung des Ohres durch den Schußknall ist irreparabel. Man kann sich jedoch davor schützen, wenn man beim Schießen stets einen geeigneten Ohrschutz trägt. Aus diesem Grund sind Gehörschutzhauben oder Gehörschutzstöpsel das WICHTIGSTE Zubehör!!!

Die in einigen Filmen dargestellte Aktion: in einem Raum zu schießen und kurz danach eine Person zu hören, die im Nebenraum wegschleicht ist nicht praktikabel!!! Indianer waren ja bekannt für ihre Fährtenlesekünste und ihr gutes Gehör - vielleicht weil sie zuanfang KEINE Schußwaffen (und keine Rockmusik) kannten?

 
Waffe Kaliber Lärmpegel im Ohr des
Schützen dB(A)
Schrot-Flinte 12 ca. 140
Gewehr G3 308 Winchester ca. 161
Pistole P38 9mm Luger ca. 163
Revolver 357 Magnum ca. 176

 

Literatur:
B. Brukner "Faustfeuerwaffen Technik und Schiesslehre" Motorbuch Verlag
Dynamit Nobel "Wiederladen Ein praktisches Handbuch für Jäger und Schützen"
Frankonia Jagd "Jahreskatalog 2001 / 2002  Jagd und Sportschießen"

Aktualisiert:  07.05.2010